Ihre Situation heute – zu viele anstrengende Gedanken auf einmal?

Von Intrusionen betroffene Personen beschreiben eine Überwältigung durch den Ansturm von Gedanken. Das Gehirn ist überfordert und interpretiert die Abläufe als bedrohlich. Kein Wunder. Stellen Sie sich vor, Sie drehen sich hintereinander mit ausgestreckten Armen 10mal um die eigene Achse. Kinder machen das gerne mal als spielerischen Versuch. In meiner Kindheit war das so. Was ist damals passiert? Es wurde einem schwindlig, weil das Gehirn keine Anhaltspunkte mehr hatte zur Orientierung im Raum.
Was sind intrusive Gedanken?
- Kognitive Intrusionen
- Affektive (emotionale) Intrusionen
- Sensorische Intrusionen
- Gewaltbezogene Intrusionen
- Sexuell geprägte Intrusionen
- Moralisch-kulturelle Intrusionen
Wie fühlen sich intrusive Gedanken an?
- Plötzlichkeit und Ungewolltheit
- Wiederholung und Intensität
- Leidensdruck
- Gefühl von Kontrollverlust
Ihre Situation mit „Gedankenwohnung“ – mental besser sortiert

Auch der wildeste Gedanke verliert seine bedrohliche Bedeutungsgebung und damit Wirkung, sobald er aus der Distanz betrachtet werden kann. Ein Beispiel: Stellen Sie sich ein Foto eines Tigers vor. Der Tiger hat sein Maul weit aufgerissen und setzt zum Sprung an. Befindet sich das Foto in einem Buch über die Wildnis in Afrika, so können Sie das Buch zuklappen und ins Regal stellen. Nach diesem Prinzip funktioniert das Modell der Gedankenwohnung.
Es geht eben nicht darum, alle Bilder von Raubtieren zu löschen („Gegen Gedanken ankämpfen“) oder in ein virtuelles Raubtiergehege mit 3-D-Animation zu steigen („Expositionstraining“), die virtuellen Angriffe auszuhalten und dann zu „lernen“, dass es vernünftiger ist, keine Angst zu haben. Das Gehirn kann mit Vernunft wenig anfangen. Es ist auf Lebenserhaltung programmiert. Und es arbeitet mit Bildern. Diese Prinzipien nutzt der systemische Ansatz von „Gedankenwohnung“.
